Ernst Prost gründet Stiftung in Afrika

Liqui-Moly-Chef will Kindern Nahrung und Bildung verschaffen – Pläne auch für Indien

ULM/Johannesburg (sz) – Der Ulmer Schmierstoff-Hersteller Liqui-Moly will künftig auch auf dem afrikanischen Kontinent soziale Verantwortung übernehmen. Südafrika macht den Anfang, wie Geschäftsführer und Firmeninhaber Ernst Prost im Rahmen einer Pressekonferenz in Johannesburg jetzt bekannt gab. Künftig werden von jedem in Südafrika verkauftem Liqui-Moly-Produkt zehn südafrikanische Rand (etwa 75 Cent) an Hilfseinrichtungen für Kinder gespendet. Und Prost kündigte die Gründung einer vor Ort tätigen und karitativen Stiftung an.

Während seiner Geschäftsreise in Südafrika besuchte Ernst Prost die in Johannesburg ansässige Tochtergesellschaft des Ulmer Unternehmens und deren Kunden. Den nachhaltigen Eindruck jedoch hinterließ laut einer Pressemitteilung die Begegnung mit Kindern aus den Slums von Johannesburg bei Joint Aid Management (JAM). Die Hilfsorganisation kümmert sich um die dringendsten Bedürfnisse der Heranwachsenden, versorgt sie mit Nahrung und Bildung.

Wirtschaft dient Menschen
„Wir kümmern uns um Autos, wir kümmern uns um unsere Kunden und wir kümmern uns um die Menschen. Unterm Strich muss die Wirtschaft den Menschen dienen und nicht umgekehrt“, beschrieb Ernst Prost seine Lebensphilosophie und den Grundsatz des Unternehmens. Er kündigte die Gründung einer Stiftung an, die er mit mehr als 6,5 Millionen Rand (500 000 Euro) als Kapitalgrundstock aus seinem Privatvermögen ausstatten wird.

Die Stiftung namens „Ernst Prost foundation for Africa“ soll zuvorderst das Leid der Kinder in Afrika mildern und in ähnlicher Weise wirken wie die in 2010 ins Leben gerufene Ernst-Prost-Stiftung, die unverschuldet in Not geratenen Menschen in Deutschland hilft. „Hier in Südafrika und auch auf dem Rest des Kontinents haben Kinder keine Lobby. Und den Kindern aus den Armenvierteln fehlt nicht nur die Lobby, sondern das Notwendige zum täglichen Überleben“, schilderte der Unternehmer seine Beweggründe für diese Entscheidung.

Der Alltag der Kinder in vielen Ländern Afrikas ist bestimmt von Armut, Hunger und Krankheiten. Die Eltern sind teils drogen- oder alkoholabhängig. „Den Kindern dort fehlt jede Zukunftsperspektive.“ Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, gelte es, sie mit Nahrung zu versorgen und ihnen Zugang zu Bildung zu schaffen. Mit „Öl und Haferbrei“, (Oil and Porridge) beschrieb Prost das Vorhaben in Afrika, karitativ tätig zu werden. Das Öl stellt das verkaufte Produkt dar, mit dem Gewinne erwirtschaftet werden, um damit Kindern zu helfen – und wenn es nur der Haferbrei sei, der damit gekauft werden könne.

Das Engagement, auf dem afrikanischen Kontinent zu helfen, ist laut Prost noch nicht das Ende diese Entwicklung. „Ich plane ein ähnliches Projekt auch für Indien, wo die sozialen Missstände vergleichbar sind.“

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Liqui Moly beschäftigt an den Standorten Ulm-Lehr und Saarlouis 424 Mitarbeiter und erzielte 2013 einen Umsatz von 260 Millionen Euro. Ernst Prost ist bei dem Hersteller von Ölen, Schmierstoffen und Additiven seit 1998 geschäftsführender Gesellschafter.

Apr, 12, 2015

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